Konzeptionelles Anwendungsbeispiel

Thermische Auffälligkeiten früher für die Prüfung priorisieren.

Unser Konzept für Förderband-Thermografie verbindet periodische Wärmebildaufnahmen von Förderbändern und Tragrollen mit einer priorisierten Auffälligkeitenliste. Ziel ist, dem Instandhaltungsteam zu zeigen, wo eine fachliche Prüfung sinnvoll sein könnte. Hier stellen wir den technischen Ansatz, mögliche Ergebnisse und unsere wirtschaftlichen Annahmen zur Diskussion.

Kostenmechanik

Nicht jede warme Rolle wird zum Schaden. Werden relevante Auffälligkeiten zu spät priorisiert, kann Stillstand teuer werden.

Ein ungeplantes Ereignis verursacht Behebungsaufwand. Auf einer leistungsbestimmenden Strecke kommt nicht nachholbarer Produktionsverlust hinzu.

Prüfkapazität

Lange Strecken binden Prüfzeit

Flächendeckende Sichtung kostet Zeit, besonders bei schwer zugänglichen oder nicht vollständig instrumentierten Förderanlagen.

Priorisierung

Relevanz ist nicht überall gleich

Eine Abweichung an einer kritischen Strecke braucht eine andere Priorität als derselbe Befund in einem weniger belasteten Abschnitt.

Mögliche Ergebnisse

Eine priorisierte Liste statt einer Sammlung von Wärmebildern.

Im Konzept verbindet die Auswertung den thermischen Befund mit Position, Vergleichsumgebung und einem nächsten fachlichen Prüfschritt. So könnte die Ergebnisaufbereitung aussehen.

Zustandsbefund je Rollenstation

Mögliches Ergebnis
Räumlich zugeordnete Auffälligkeit und Vergleich zur Umgebung
Entscheidung
Gezielt vor Ort prüfen
Wirtschaftlicher Hebel
Such- und Sichtungszeit auf relevante Stellen konzentrieren

Priorisierte Befundklasse

Mögliches Ergebnis
Einordnung nach vereinbarter Ergebnislogik
Entscheidung
Jetzt prüfen, im Wartungsfenster einplanen oder beobachten
Wirtschaftlicher Hebel
Instandhaltungsfenster besser vorbereiten

Vergleichbare Wiederholung

Mögliches Ergebnis
Basislinie und erneuter Messpunkt mit dokumentierter Methode
Entscheidung
Veränderung einordnen und Trend erst mit mehreren Punkten bewerten
Wirtschaftlicher Hebel
Wiederkehrende Prüfkapazität planbarer einsetzen
Schematische BeispielausgabeBefunde nach Handlungsbedarf geordnet
01Zustandsbefund je RollenstationGezielt vor Ort prüfen
02Priorisierte BefundklasseJetzt prüfen, im Wartungsfenster einplanen oder beobachten
03Vergleichbare WiederholungVeränderung einordnen und Trend erst mit mehreren Punkten bewerten

Die Vorschau zeigt die Struktur einer möglichen Ergebnisliste. Sie enthält keine realen Kundenmesswerte und keine fachliche Diagnose.

Rechenbeispiel

Wie ein priorisierter Befund wirtschaftlichen Wert schaffen kann.

Der Förderband-Anteil stammt aus dem Modellbetrieb. Er zeigt eine Größenordnung, kein realisiertes Kundenergebnis.

modellierter Jahresnutzen vor den Kosten des Monitorings
rund 20.100 Euro
modellierter Durchsatz
350 t/h
Deckungsbeitrag je Tonne
4,50 Euro
der ausgefallenen Produktion nicht nachholbar
85 %
separate Förderstrecken
8
Nutzenstruktur des Förderband-Anteils im Modellbetrieb
Wirkungshebel Modellwert Einordnung
Produktions- und Folgekostenim Modell enthaltenNicht nachholbare Produktion, Gurt- und Fremdleistung
Prüfkapazitätim Modell enthaltenFreigesetzte Zeit wird als Kapazität und nicht als Personalabbau bewertet
Seltene Ereignisseseparat bewertetStatistischer Risikowert, keine behauptete jährliche Einsparung
So rechnen wir
  • Zehn ungeplante Rollenstopps mit je drei Stunden Behebungsdauer pro Jahr
  • Zwei Gurtschäden mit Spleiß und je zehn Stunden Stillstand pro Jahr
  • 60 Prozent der Ereignisse auf der leistungsbestimmenden Strecke
  • 35 Prozent Erkennungs- und Vermeidungsgrad bei Rollenstopps
  • 30 Prozent Erkennungs- und Vermeidungsgrad bei Gurtschäden

Die Ereignishäufigkeiten und Vermeidungsgrade sind sichtbare Modellannahmen. Sie werden weder als realisierte Einsparung noch als garantierter Vermeidungswert bezeichnet.

Mögliche Einsatzbedingungen

Wenn Strecke, Ausfallwirkung und Prüfaufwand zusammenkommen.

Das Konzept setzt dort an, wo ein Teil der Förderanlage den Output bestimmt und keine vollständige kontinuierliche Überwachung vorhanden ist. Für eine Erprobung wären diese Bedingungen besonders interessant.

  • Lange oder schwer zugängliche Förderstrecken
  • Produktion oder Lieferung lässt sich nach einem Ausfall nicht vollständig nachholen
  • Wenige Strecken bestimmen den betrieblichen Output
  • Das Team braucht eine priorisierte Grundlage für gezielte Vor-Ort-Prüfungen
Vorgesehener Ablauf

Vom kritischen Abschnitt zum nächsten Prüfschritt.

  1. 01Verstehen
  2. 02Erfassen
  3. 03Auswerten
  4. 04Entscheiden
  5. 05Weiterentwickeln

Der vorgesehene Ablauf beginnt mit kritischen Strecken und der Frage, welche Befunde eine Prüfung auslösen sollen. Darauf bauen vergleichbare Aufnahmen und eine priorisierte Ergebnisliste auf. In einer praktischen Erprobung wäre zu prüfen, wie zuverlässig dieser Ansatz unter den Bedingungen im Betrieb funktioniert.

Zur Planung eines wiederkehrenden Ablaufs gehören auch die Einführung im Team und die gemeinsame Einordnung der Ergebnisse.

So arbeiten wir
Klare Grenzen

Thermografie unterstützt die Prüfung, sie ersetzt sie nicht.

  • Das Konzept sieht periodische Erfassung vor, keine kontinuierliche Zustandsüberwachung.
  • Ein thermischer Befund ist keine fachliche Diagnose und keine Restlebensdauergarantie.
  • GreenSense ersetzt keine vorgeschriebene Prüfung oder Freigabe.
  • Ein belastbarer Trend entsteht erst mit mehreren vergleichbaren Messpunkten.

Unsere Rechnung. Ihre Betriebserfahrung.

Sie kennen Förderanlagen aus der Praxis? Zeigen Sie uns, was wir bei Ereignishäufigkeiten, Stillstandswirkung und Prüfaufwand übersehen, welche Annahmen nicht passen und wo die Rechnung Ihrer Erfahrung entspricht. Gemeinsam lässt sich prüfen, was davon für Ihren Betrieb trägt.